Songbird nicht mehr für Linux

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Vor einiger Zeit hatte ich hier an dieser Stelle die Idee vorgestellt, eine eigene Musik-Abspielsoftware zu schreiben oder aber eine Vorhandene freie Software auf meine Bedürfnisse anzupassen. Kurz gesagt ging es darum, dass der Musikplayer foobar2000 einige wirklich überragende und leider auch einzigartige Funktionalitäten bietet, leider jedoch nicht freie Software ist und auch nur für Windows zur Verfügung steht.

Was also Fehlt ist ein Player, der für alle relevanten Betriebssysteme (mindestens Windows und Linux) zur Verfügung steht, dabei aber viele gute Ideen von foobar2000 übernimmt, jedoch möglichst die weniger guten Ideen und Verhaltensweisen der üblichen Player, nicht übernimmt. Dazu eine Möglichst simple Konzeptionelle Grundlage auf Basis von Playlisten statt einer Medienbibliothek.

Zunächst stand die Idee im Raum, einen eigenen Player von Grund auf neu zu entwickeln. Hier könnten grundsätzliche Entscheidungen von Grund auf getroffen werden ohne auf Abhängigkeiten vorhanderer Software rücksicht nehmen zu müssen. Die andere Möglichkeit, die mir in den Sinn kam ist, eine vorhandene freie Playersoftware den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Dafür ist freie Software ja schließlich da.

Als Fan von Mozilla-Technologien bietete sich hier natürlich Songbird an, welcher ja komplett auf eben jener Mozilla-Plattform aufbaut, und deshalb neue Funktionalität auch über Erweiterungen eingefügt werden könnte. Zwar ist Songbird ziemlich überladen mit unnötigen Funktionen, diese könnten jedoch zum großen Teil genauso auch wieder rausgenommen werden. So weit bisher.

Nun musste ich jedoch mit einer Mischung aus Entsetzen und Enttäuschung lesen, dass das Songbird-Team die Unterstützung für ihre Linux-Version einstellt (Quelle: Heise Open). Zwar wird es weiterhin Releases für Linux geben, diese werden jedoch nicht mehr getestet und neue Features werden nicht mehr Unterstützt. Für meinen Teil hat sich damit die Frage letztlich geklärt, welchen der oben kurz erwähnten Wege ich bevorzugen würde. Zwar ist es realistisch gesehen, natürlich weiterhin möglich, Songbird auch auf Linux zu benutzen und wenn man auf neue Features verzichten kann, ist dies Sicher kein Problem. Jedoch macht sich das Team mit dieser Entscheidung nicht unbedingt sympatischer. Eine aktive Unterstützung in Form von beigesteuerten Erweiterungen, macht so natürlich keinen Spaß mehr.

Da ich aktuell mit meinem Praktikum beschäftigt bin, ist diese Programmidee aber ohnehin erstmal noch Zukunftsmusik. Jedoch beschäftige ich mich in meinem Praktikum auch mit dem Mozilla-Framework und der Arbeit mit XML - beides Dinge, die für die Entwicklung eines solchen Players von Vorteil sein dürften. Gerade die Verarbeitung von XML sollte für einen Playlist-Orientierten Player wichtig seien.